Vollmacht – Wenn der Gang zur Bank nicht mehr möglich ist

Oft merkt man erst in Ausnahmesituationen, wie wichtig es ist, den Angehörigen eine Vollmacht über seine Bankverbindung zu erteilen. Dies kann beispielsweise bei der Familiengründung geschehen, indem der Ehepartner für Ihre Konten bevollmächtigt wird. Oder im Pensionierungsalter, wenn der Sohn oder die Tochter die Freigabe auf Ihre Konten erhält.

Der Zweck einer Vollmacht

Eine Bank- oder Kontovollmacht erlaubt der bevollmächtigten Person, frei über das Vermögen des Kontoinhabers zu verfügen, ohne diesen informieren zu müssen. Die oder der Bevollmächtigte ist somit der rechtsverbindliche Vertreter gegenüber der Bank. Selbstverständlich kann diese Vollmacht auch nur auf ein bestimmtes Konto – zum Beispiel das Haushaltskonto – oder eine spezifische Transaktion beschränkt werden.

Besser vorsorgen, als sich später ärgern

Sie sitzen im Ausland fest, e-Banking ist nicht möglich und Sie möchten, dass die Daheimgebliebenen eine dringende Zahlung für Sie in Auftrag geben? Oder vielleicht sind Sie krank und daher nicht in der Lage, Ihre Bankgeschäfte zu erledigen? In solchen Situationen sind Sie froh, wenn sich jemand rasch darum kümmern kann. Neben der Vollmacht über das Konto lohnt es sich unter Umständen auch, einer vertrauten Person eine Vollmacht über die Kreditkarte zu geben. Das hilft vor allem dann, wenn die Karte abhandengekommen ist und der Karteninhaber nicht in der Lage ist, sie sperren zu lassen. Der Bevollmächtigte kann dann direkt mit dem Kreditkartenanbieter Kontakt aufnehmen, die Karte sperren lassen und eine neue Karte bestellen.

Daran sollten Sie denken!

Ihre Vermögenswerte sind etwas sehr Persönliches. Wählen Sie daher Ihre Bevollmächtigten sorgfältig aus. Einmal erteilte Vollmachten können jederzeit auch wieder aufgehoben werden, wenn Sie diese schriftlich bei Ihrer Bank widerrufen.

 

Frühzeitig vorsorgen mit Vorsorgeauftrag

Wenn jemand plötzlich als Folge eines Unfalls oder einer Erkrankung urteilsunfähig wird, muss rasch bestimmt werden, wer sich um die Alltagsangelegenheiten kümmert.

Gut beraten ist, wer frühzeitig einen Vorsorgeauftrag verfasst hat. Mit einem Vorsorgeauftrag bestimmen Sie selbst, wer im Fall Ihrer Urteilsunfähigkeit im Alltag für Sie sorgt, Ihre Finanzen regelt und Sie in rechtlichen Angelegenheiten vertritt. Dabei unterliegt ein solcher Vorsorgeauftrag bestimmten Formvorschriften und umfasst die drei Vertretungsbereiche Personensorge, Vermögenssorge und Vertretung im Rechtsverkehr. Für jeden Bereich können Sie eine andere Vertrauensperson einsetzen.

Bewahren Sie Ihren Vorsorgeauftrag so auf, dass Ihre Angehörigen das Dokument jederzeit und ohne zusätzliche Informationen finden.

Mehr erfahren?

Mehr Informationen finden Sie unter prosenectute.ch/vorsorgeauftrag
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