Tiefe Zinsen: So wächst Ihr Vermögen trotzdem

Vermögensverwaltung bei der Glarner Kantonalbank, persönlich vor Ort in der Filiale Glarus

Tiefe Zinsen erschweren die Anlageentschei­dungen. Im Folgenden erfahren Sie Hintergründe zum Zinsumfeld und erhalten Handlungsoptionen. Am Beispiel des Ehepaars Höhener zeigen wir, wie Sie Ihr Vermögen gemeinsam mit Ihrer Bank umsichtig verwalten.

Für Urs und Carla Höhener wurde die Aktualisierung des Anlageprofils mit der Pensionierung von Urs Höhener relevant. «Wir hatten uns – auch auf Basis einer professionellen Pensionierungsplanung bei der Glarner Kantonalbank vor einigen Jahren – dazu entschieden, das Pensionskapital auszahlen zu lassen. Damit war klar, dass dieses weiterarbeiten und eine angemessene Rendite erzielen muss. In persönlichen, intensiven Gesprächen mit unserem langjährigen Berater bei der Glarner Kantonalbank, Stefan Görauch, haben wir unsere Anlagestrategie festgelegt. Die zunächst simpel klingenden Fragen, die als Grundlage für die Erstellung unseres Anlageprofils dienten, haben uns zum Nachdenken angeregt: Was genau sind unsere Erwartungen? Wieviel Risiko wollen wir eingehen? Das strukturierte Abarbeiten der Fragen mit Hilfe des erfahrenen Kundenberaters war sehr hilfreich, um unsere finanziellen Bedürfnisse, Renditeerwartung und insbesondere Risiko bereitschaft zu definieren. Es ist ganz klar unsere eigene Entscheidung, welchem Risiko wir unser Kapital aussetzen wollen – und welche Renditeerwartung damit aus heutiger Sicht realistisch ist. Die extrem niedrigen Zinsen von Obligationen haben unseren Entscheid dabei natürlich nicht erleichtert».

 

Wie lange bleiben die Zinsen tief?

Für Bundesobligationen, Kassenobligationen oder Sparkonten gibt es kaum mehr Zins. Dies weil die Europäische Zentralbank (EZB) Staatsanleihen aufkauft und den Leitzins auf 0 Prozent setzt, um die Eurozone zu festigen und Staatspleiten zu verhindern. Bei den niedrigen Zinsen in der Eurozone rückt der Franken als Alternative ins Blickfeld der Investoren.

Als indirekte Antwort sorgt die Schweizerische Nationalbank (SNB) mit einem negativen Leitzins dafür, dass ein deutlicher Zinsunterschied zur Eurozone besteht, um zumindest eine weitere Aufwertung des Frankens zu verhindern, die der Exportwirtschaft schaden würde. Wir rechnen nicht damit, dass die EZB die Zinsen demnächst erhöhen wird.

TIPP: Rechnen Sie mit Zinserhöhungen in der Schweiz, sobald die EZB aufhört, Anleihen aufzukaufen und erste Zinserhöhungen vornimmt. Prüfen Sie dann einen Verkauf bestehender Obligationen.

Niedrige Zinsen im Euroraum zwingen Anleger, international nach Alternativen zu suchen. Mit Minuszinsen soll die Nachfrage nach dem sicheren Franken gedämpft werden.

Wissen Sie, was Sie wollen?

«Nur wer sein Ziel kennt, findet den Weg», sagte der chinesische Philosoph Laozi einst. Das Anlageprofil dient als Kompass für Anlageentscheidungen und sollte spätestens zu Beginn neuer Lebensabschnitte (zum Beispiel Heirat, Kinder, Pension, Erbe) aktualisiert werden. Schnell stellt sich bei tiefen Zinsen die Frage, ob mehr Risiko eingegangen werden soll, um eine höhere Rendite zu erzielen. Solche Fragen lassen sich nur auf Basis des Anlageprofils beantworten.

TIPP: Noch kein Anlageprofil? Erstellen Sie Ihr Profil unter glkb.ch/anlageprofil (PDF)

Obligationen: Zinslos oder riskanter

Früher waren erstklassige Obligationen ein Garant für eine sichere Grundrendite. Aktuell rentieren sie nicht mehr. Aber ein kompletter Verzicht ist aus Risikoüberlegungen heraus meist auch keine Lösung. Für eine positive Verzinsung müssen folglich Anleihen weniger stabiler Firmen oder Staaten gekauft werden. Der Anleger muss somit das höhere Ausfallrisiko tragen können.

TIPP: Wir empfehlen für die meisten Portfolios auf Obligationenfonds zurückzugreifen, in denen bereits Anleihen mit vordefinierten Eigenschaften enthalten sind.

Aktien sind elementar wichtig – aber nicht günstig

Vermögensverwaltung bei der Glarner Kantonalbank: Das sind Preistreiber für AktienAktieninvestments sind der wesentliche Bestandteil der meisten Portfolios. Niedrige Zinsen und unattraktive Obligationen wirken aktuell als Preistreiber. Wichtig bei der Auswahl sind ein solides Geschäftsmodell und langfristig gute Zukunftsaussichten.Wer das Risiko von Kursschwankungen nicht tragen kann, sollte Massnahmen wie Stop-Loss-Aufträge wählen, um einen allfälligen Verlust einzugrenzen. Dabei werden Aktien bei Erreichen einer Kursuntergrenze automatisch verkauft.

TIPP: Dividendentitel sind gerade für Anleger mit langem Anlagehorizont interessant, da vorübergehende Kursschwankungen weniger relevant sind als erwartete Dividendenzahlungen. Prüfen Sie einen (Zu-)Kauf nach Kursrückschlägen.

Urs Höhener hat dazu eine klare Meinung: «Optimal ist der Zeitpunkt für einen Einstieg in Aktien nie – aber wer nie investiert, erhält auch keine Rendite. Wichtig ist für mich immer, zu wissen, in was ich investiere und wovon die Wertentwicklung abhängt. Daher investiere ich eher in Aktien von Schweizer Unternehmen, bei denen ich ein grobes Verständnis von den Produkten habe sowie regelmässig und problemlos Informationen erhalte. Zudem möchte ich nicht auch noch einen Wechselkurs beachten müssen.».

 

Strukturierte Produkte als Alternative

Wenn Obligationen die gewünschte Rendite nicht mehr liefern und das Risiko bei Aktieninvestments zunimmt, dann können Strukturierte Produkte eine gute Ergänzung sein.

Insbesondere «Barrier Reverse Convertibles» (BRC) sind relativ gut verständlich und können mit einem vergleichsmässig niedrigen Risiko ausgestattet werden, wie folgendes fiktives Beispiel veranschaulicht: Der Anleger erwartet, dass keine der Aktien von Nestlé, Roche, Novartis und Zurich innerhalb von zwei Jahren mehr als 40 Prozent des Anfangskurses verliert. Er kauft daher einen BRC mit einer Barriere von 60 Prozent auf die Titel und erhält einen Coupon von 4 Prozent pro Jahr. Bei Verfall, sofern ein Verlust von 40 Prozent nicht überschritten wird, erhält er sein Investment zurück, hat also eine Rendite von 4 Prozent. Hat jedoch zum Beispiel Zurich nach zwei Jahren einen Verlust von 41 Prozent gegenüber dem Anfangskurs, so überschreitet dieser Verlust die ursprünglich einkalkulierten 40 Prozent und reisst damit die Barriere. Für den Anleger bedeutet das, dass er nun den gesamten Verlust von 41 Prozent auf das ursprüngliche Investment auf sich nehmen muss – genau so, wie dies auch bei einem direkten Investment in Zurich Aktien der Fall wäre.

TIPP: Spannend an diesen Produkten ist im jetzigen Zinsumfeld, dass mit tiefen Barrieren und konservativen Titeln relativ risikoarme Produkte konstruiert werden können, die dem Portfolio wiederum eine Grundrendite zuführen sollen. Wir empfehlen, den Einsatz von Strukturierten Produkten für das eigene Portfolio zu analysieren.

 

Auch das Ehepaar Höhener weiss um den Wert der Strukturierten Produkte, wie Urs Höhener ausführt: «Bevor ich bei sicheren Bundesobligationen dafür bezahle, dass ich mein Geld später einmal wieder zurückbekomme, investiere ich in einen Barrier Reverse Convertible. Gerade wenn ich wie jetzt für eine Weile keine Riesensprünge vom Aktienmarkt erwarten darf. Bei den Barriers halte ich es wie mit den Aktien: Ich muss die darin enthaltenen Titel grob einschätzen können. Am ehesten passt das für mich bei «Blue Chips» mit stabilem Geschäft, greifbaren Produkten und einer starken Marktstellung. In Kombination mit einer vernünftig tiefen Barriere können wir uns so regelmässig über einen ansprechenden Coupon freuen.»

 

Wählen Sie Fonds zur Diversifikation

Bei Fonds wird in eine Vielzahl von einzelnen Titeln investiert. Damit kann bereits mit relativ wenigen Fonds eine Diversifikation über unterschiedliche Anlageklassen, Regionen, Branchen und Einzeltitel erreicht werden, wodurch sich gewisse Marktschwankungen zum Vorteil des Anlegers gegenseitig ausgleichen.Der Fondsmanager kann einen weiteren Mehrwert generieren, indem er überdurchschnittlich gute Titel identifiziert. Einzelne Manager schaffen es tatsächlich, langfristig eine über dem Benchmark liegende Rendite zu erzielen. Auch die Glarner Kantonalbank arbeitet mit einigen solcher langfristig überdurchschnittlich erfolgreichen Fondsmanagern zusammen.

TIPP: Setzen Sie Fonds ein, um Ihr Portfolio effizient und gut diversifiziert aufzustellen und wählen Sie den Fondsmanager sehr genau aus. Wir beraten Sie hierzu ausführlich.

Exchange Traded Funds bieten die niedrigsten Kosten

Exchange Traded Funds (ETF) oder Indexfonds investieren passiv, indem sie einen Börsenindex nachbilden. Da dafür keine Analysen notwendig sind, sind ETF günstiger als aktiv gemanagte Fonds. ETF können den Benchmark zwar nicht übertreffen, dafür ist die Rendite nach Gebühren höher als diejenige von vielen aktiv gemanagten Fonds.ETF gibt es auf einer Vielzahl von Indizes, wie dem Swiss Market Index (SMI), Indizes zu Konsumgütern, zum Gesundheitswesen, zu sonstigen Branchen, Regionen oder auch Anleihen. Da zielgerichtet und sehr günstig in eine Vielzahl von Titeln investiert werden kann, setzen professionelle Investoren wie auch das Portfoliomanagement der Glarner Kantonalbank ETF im grossen Stil ein.

TIPP: Verwenden Sie günstige ETF zum Aufbau eines diversifizierten Portfolios. Bei Spezialthemen, und bei einem überdurchschnittlich guten Fondsmanagement, sind aktiv gemanagte Fonds zu bevorzugen.

Das Tiefzinsumfeld hat den Aufwand für Anleger erhöht, eine entsprechende Grundrendite zu erzielen.

Gute Beratung hilft, eigene Anlageentscheide optimal zu treffen

Unsere Beratung hilft Anlegern, die ihre Anlageentscheide gerne selber treffen, ihr Portfolio sinnvoll zusammenzustellen. Wichtig ist dabei, dass der Anleger Vorwissen mitbringt und sich regelmässig über die Kapitalmärkte informiert. Alles, was es dann noch braucht, ist Zeit und ein Depot, das zu attraktiven Konditionen bei der Glarner Kantonalbank geführt werden kann.

TIPP: Sie managen Ihre Anlagen selber? Greifen Sie auf das Fachwissen unserer Berater zurück, um von einer kompetenten Zweitmeinung und aktuellsten Informationen zu profitieren.

Strategiefonds bieten standardisierte Anlage­lösungen schon für kleinste Beträge

Wenn Zeit und verfügbares Kapital knapp sind, bieten Strategiefonds standardisierte Angebote, in die auch mit kleinen Beträgen investiert werden kann. Dies ist besonders attraktiv für junge Menschen die von einem sehr langen Anlagehorizont profitieren. Die fehlende Individualisierbarkeit und die Kosten des Fondsmanagers sind die Nachteile dieser Lösung.

TIPP: Lassen Sie die Zeit für sich arbeiten und investieren Sie schon in jungen Jahren. Bei kleinen Investitionsbeträgen bieten sich oft Strategiefonds an.

Vermögensverwaltung bietet das Quäntchen mehr

Für alle, die ihr Geld effizient investieren wollen ohne selber den Markt verfolgen zu müssen, bietet die Glarner Kantonalbank die Vermögensverwaltung mit dem GLKB Index Plus und dem GLKB Premium Mandat. Unser Portfoliomanagement baut das zu Ihren Bedürfnissen passende Portfolio für Sie auf, analysiert und optimiert es stetig. Damit bleiben Auswirkungen des Tiefzinsumfelds zwar weiter bestehen – den täglichen Umgang damit haben Sie jedoch erfolgreich ausgelagert.

TIPP: Lassen Sie mit unserem Portfoliomanagement die Profis für sich arbeiten. Vermögensverwaltung ist bei der Glarner Kantonalbank ein Service, kein Luxusgut.

Auch das Ehepaar Höhener profitiert von den Vorteilen der Vermögensverwaltung: «Die Verantwortung für das als Altersvorsorge dienende Vermögen ist doch enorm. Vor diesem Hintergrund fühlen wir uns mit einem professionellen und persönlich erreichbaren Portfoliomanagement wohler als mit einer ganz eigenständigen Anlage. Individuelle Wünsche konnten wir dabei problemlos einbringen und dann wurde unser Portfolio über mehrere Monate hinweg aufgebaut. So können wir unseren Ruhestand deutlich entspannter geniessen, als wenn wir bei jeder Marktbewegung das Gefühl hätten, reagieren zu müssen.» Urs Höhener ergänzt: «Weil mir das Anlegen eben doch auch Spass macht, führe ich einen Teil der Anlagen selber aus – mit der Unterstützung durch meinen Kundenberater bin ich mir dabei auch sicher, dass die Investitionen zum Gesamtportfolio passen. So habe ich das Beste aus zwei Welten: Ein gutes Gefühl sowie mehr Zeit dank der Vermögensverwaltung durch die Glarner Kantonalbank. Gleichzeitig bleibt mir der kleine Kick, der beim Beobachten der selbst gewählten Investments entsteht.»

 

ANLAGE-KNOW-HOW – TIPPS ZUM UMGANG MIT IHREM VERMÖGEN

  1. Definieren Sie Ihre individuelle Anlagestrategie und verfolgen Sie diese langfristig.
  2. Springen Sie nicht bei jedem Trend auf.
  3. Halten Sie nicht zu lange an Fehlinvestitionen fest.
  4. Prüfen Sie Anlageentscheide sorgfältig, bevor Sie handeln.
  5. Werfen Sie bei komplexen Produkten einen Blick in einen detaillierten Produktbeschrieb und informieren Sie sich vor allem über Rechte und Pflichten.
  6. Bewahren Sie einen kühlen Kopf, falls es einmal nicht in die gewünschte Richtung geht. Überstürzen Sie nichts.
  7. Informieren Sie sich genau, wenn Sie Empfehlungen von Freunden und Bekannten erhalten.
  8. Diversifizieren Sie Ihre Anlagen sinnvoll, unter anderem nach Anlageklassen, Ländern und Währungen.
  9. Achten Sie auf Courtagetarife. Verzichten Sie auf Kleinsttransaktionen und achten Sie auf das Timing.
  10. Fragen Sie Ihren Berater nach Anlagemöglichkeiten und lassen Sie sich über Chancen und Risiken aufklären.
  11. Lassen Sie Ihr Vermögen professionell verwalten, wenn Ihnen die Zeit fehlt, sich um Anlageentscheide zu kümmern.

Bild/Foto: Samuel Trümpy, Ennenda