Das einzigartige Schieferbergwerk im Glarner Sernftal

Einblick in den Landesplattenberg Engi

Der Landesplattenberg Engi eröffnet den Besucherinnen und Besuchern eine faszinierende Welt mit wunderschön beleuchteten Kreuzgängen, Spitzbögen und Kathedralen aus schwarzem Schiefer.

Bis zum Stolleneingang sind 130 Höhenmeter zu überwinden – diese können entweder mit gutem Schuhwerk oder mit einem organisierten Kleinbus zurückgelegt werden. Unten angekommen, erleben die Besucherinnen und Besucher das einzigartige Stollensystem auf einem Rundgang. Es erwartet sie eine faszinierende Welt von Licht und Schatten, die Stimmung wird mit eindrucksvoller Akustik unterstrichen. In den Führungen wird dank modernster Museumspädagogik ein lebendiges Bild vom Arbeitsweg sowie vom Alltag der ehemaligen Schieferarbeiter vermittelt.

Kulturhistorisches Denkmal

Im 17. Jahrhundert war der Plattenberg eine bedeutende Einkommensquelle für das Land Glarus und für das Dorf Engi. Mineure haben in den Stollen – mit klingenden Namen wie «Wasserloch», «Kreideloch» oder «Brämenloch» – Sprengungen vollzogen. Hauer haben den Schiefer mit Bohrmeisseln abgebaut. Die Schieferprodukte wurden anschliessend in beinahe die ganze Welt exportiert. 1961 erfolgte die Stilllegung des Schieferbergwerks, aus arbeitshygienischen und wirtschaftlichen Gründen.

historische Aufnahmen von Begwerk-Arbeitern beim Bearbeiten von Schiefer

Versteinerte Fische, Glarner Schildkröte und Glarner Vogel

Bis heute beschäftigen sich zahlreiche berühmte Forscher, Geologen und Paläontologen mit den dort gefundenen versteinerten Fischen und Vögeln. Besonders die äusserst seltenen Funde von Schildkröten und Vögeln aus dem 18. und 19. Jahrhundert erregten grosses Aufsehen bei den Naturwissenschaftlern und Sammlern. Nebst umfangreichen Sammlungen dieser Fossilien in Glarus und Zürich finden sich auch zahlreiche Stücke in allen grösseren Fossiliensammlungen Europas.

Fossilien wie versteinerte Schildkröten sind berühmt in ganz Europa unter Forschern, Geologen und Paläontologen

Einmalige Stimmung für viele Anlässe

Seit ihrer Gründung 1994 setzt sich die Stiftung Landesplattenberg Engi für den Schutz des früheren Schieferbergwerks ein. Dieses hat als kulturhistorisches Denkmal auch nationale Bedeutung. Dank der Stiftung konnte die frühere Bergwerksanlage gesichert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Seit dem laufenden Jahr wird die Stiftung zusätzlich durch den Verein Freunde des Landesplattenberg Engi unterstützt, um das Bergwerk auch in Zukunft weiter zu unterhalten.

Immer wieder ist der Landesplattenberg Schauplatz von eindrücklichen Konzerten verschiedener Musikrichtungen wie klassisch, rockig oder volkstümlich. Das heimelige Plattenhüttli oder der romantische Werkplatz beim Eingang zum Landesplattenberg in Engi bieten sich für einen gemütlichen Apéro an. Möchten die Besucher selbst aktiv werden, besteht auch die Möglichkeit, selber Schiefer zu bearbeiten: schneiden, schaben, bohren. Der Plattenberg bietet zudem ein schönes Ambiente für Familienanlässe wie Hochzeiten, Taufen, Geburtstage und Vereinsanlässe.

Weitere Informationen und wie Sie den Landesplattenberg unterstützen können finden Sie unter plattenberg.ch

Wussten Sie, dass…

    • … die Einführung der allgemeinen Schulpflicht Mitte des 19. Jahrhunderts die Produktion von Schreibtafeln aus Schiefer aufblühen liess?
    • … Schiefer nicht nur für Jasstafeln und Schieferuhren verwendet wird, sondern auch bei Schmuckstücken, Blumengebinden und vielen weiteren Produkten eingesetzt wird?
    • … Sie auch heute noch Schieferprodukte wie beispielsweise Schiefertische in Engi kaufen können?

Bild/Foto: Barbara Beglinger, Mollis