Ist Beton das neue Gold? Die Nachfrage nach Immobilien boomt weiter.

Weil mit Obligationen seit einigen Jahren kaum mehr Zinserträge erzielt werden können, sind lukrative Alternativen gefragt. Immer häufiger sind Immobilienanlagen auf der Landkarte der Investoren zu finden. Doch wie präsentiert sich der Immobilienmarkt? Welche Möglichkeiten gibt es, in Immobilien zu investieren? Welche Erträge dürfen erwartet werden und zu welchem Rendite­-Risiko-­Verhältnis?

Immobilienanlagen können in verschiedene Aspekte unterteilt werden. Zum einen wird zwischen direkten und indirekten Anlagen unterschieden und zum anderen zwischen Wohn- und Gewerbeliegenschaften. Auch muss bei jeder Immobilienanlage die passende Region mit Bedacht ausgesucht werden. Je weiter man sich aus den Ballungszentren entfernt, desto höher ist die entsprechende Rendite. Allerdings steigt dann auch das Risiko, beispielsweise wegen Leerständen oder längerer Insertionsdauer. Dies wiederum hat bei Immobilienanlagen einen direkten Einfluss auf die zu erwartende Rendite.

Direkte Immobilienanlage versus…

Direktanlagen in Mehrfamilienhäuser und Gewerbeliegenschaften zu Renditezwecken sind grösstenteils einem kleineren Investorenkreis vorenthalten. Zum einen müssen die entsprechenden Eigenmittel zum Kauf vorhanden sein, zum anderen sind die Verwaltung solcher Liegenschaften sowie der Aufwand rund um den Erwerb keinesfalls zu unterschätzen. Anders als beim Erwerb von Einfamilienhäusern oder Stockwerkeigentum verteilt sich das Risiko bei Mehrfamilienhäusern auf verschiedene Mieter. Somit ist die Lage der Liegenschaft von grosser Bedeutung, um allfällige Mieterwechsel so rasch als möglich zu vollziehen und keine Leerstände in Kauf nehmen zu müssen. Auf diese Weise kann der langfristige Wert der Liegenschaft gesichert werden. Bei institutionellen Investoren wie beispielsweise Pensionskassen erfreuen sich Direktanlagen in Immobilien einer hohen Beliebtheit, da sie regelmässige Erträge abwerfen und an guter Lage langfristige Wertbeständigkeit aufweisen. So sind Bruttorenditen zwischen 3,5 und 5,0 Prozent erzielbar. Diese ermöglichen den Pensionskassen in den heutigen – für Investments anspruchsvollen – Zeiten, dennoch die geforderte Mindestverzinsung aufrechtzuerhalten und keine zu hohe Unterdeckung hinnehmen zu müssen.

… indirekte Immobilienanlage

Investitionen in Immobilien können auch indirekt vorgenommen werden. Vor allem Immobilienfonds und Immobilienaktiengesellschaften sind sehr beliebt für die indirekte Immobilienanlage. Im Gegensatz zu Direktanlagen ist hier eine Beteiligung schon mit kleineren Beträgen möglich. Zudem sind diese Anlageformen auch gut handelbar. Das bedeutet, dass sie in der Regel unter Einhaltung gewisser Wartefristen und gegebenen Handelsdaten gut wiederverkauft werden können. Mit der Wahl des entsprechenden Anlage-Vehikels kann man auch entscheiden, ob das Geld in Wohn- oder Gewerbeliegenschaften investiert werden soll oder in welchen Regionen die investierten Liegenschaften liegen sollen. Das Geld der Anleger wird in verschiedene Liegenschaften für das ausgesuchte Anlage-Vehikel investiert. So kann das Risiko einer einzelnen Immobilie gemindert und eine höhere Diversifikation (Risikoverteilung) erreicht werden. Die Bewirtschaftung des Immobilienportfolios wird bei der indirekten Anlage automatisch delegiert, was den eigenen Aufwand auf die Verfolgung der Entwicklung der Anlage reduziert.

Bei Immobilienfonds darf im aktuellen Umfeld mit einer Ausschüttungsrendite von rund 2,5 Prozent gerechnet werden. Im Vergleich zu Obligationen, die sogar Negativrenditen ausweisen, ist das verhältnismässig sehr attraktiv. Vergleicht man die Fonds mit Aktien, so weisen sie ein tieferes Risiko aus, was sich auch in den geringeren Kursschwankungen der jeweiligen Titel niederschlägt.

Attraktives Glarnerland

Wie ist das aktuelle Preisniveau von Immobilien einzuschätzen? Den meisten Meinungen zufolge dürfen die Immobilienpreise gesamtschweizerisch gesehen nicht mehr als günstig betrachtet werden. Aktuell wird jedoch die Gefahr einer Immobilienblase nicht mehr als akut eingeschätzt. In einzelnen Regionen wurden in der jüngsten Zeit sinkende Immobilienpreise festgestellt, so vor allem in den Ferienregionen – Graubünden, Wallis, Berner Oberland – und in Teilen des Genfersee-Gebiets. Andere Regionen wie Basel, Zürich und Teile der Innerschweiz weisen noch immer ein hohes Preisniveau auf, jedoch keine exorbitanten Preisanstiege mehr. So zeigt auch der Immobilienmarktbericht (PDF), den die Glarner Kantonalbank letzten Herbst zusammen mit Wüest und Partner erstellt hat, dass die Vermarktungschancen für Liegenschaften im Kanton Glarus weiterhin gut sind. Die attraktive Wohnlage mit bezahlbaren Immobilienpreisen rückt den Kanton Glarus immer stärker in den Fokus der Nachfrage, vor allem die Gemeinden Glarus Nord und Glarus. Die Nachfrage ist in diesen Gemeinden sowohl für Eigentum als auch für Mietobjekte vorhanden. Dementsprechend nutzen institutionelle Investoren auch die Möglichkeit, bei grösseren Überbauungen Mehrfamilienhäuser aus Renditeüberlegungen zu kaufen.

Immobilienanlagen haben in einem gut diversifizierten Anlageportfolio durchaus ihren Anreiz. Institutionelle Investoren wie auch vermögende Privatanleger wählen oft den direkten Kauf, während bei Privatanlegern indirekte Anlagen vor allem in Immobilienfonds verbreiteter sind. Mit einem längeren Anlagehorizont sind diese Anlagen weiterhin als attraktiv zu bezeichnen, da sie grundsätzlich eine regelmässige und stabile Ausschüttung gewährleisten.

Ob Sie sich nun für eine direkte oder indirekte Immobilienanlage entscheiden – die Kundenberaterinnen und Kundenberater der Glarner Kantonalbank beraten und begleiten Sie gerne.

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