Vorsorgedokumente im Griff?

Der Vorsorgeauftrag und die Patientenverfügung kommen dann zum Einsatz, wenn man selbst nicht mehr urteilsfähig ist. Es lohnt sich, im Voraus zu bestimmen, wer einen dann vertreten soll.

Vorsorgeauftrag

Beim Vorsorgeauftrag geht es um die Sorge bezüglich Einhaltung der Selbstbestimmung. Damit bestimmt jede Person selbst, wer im Fall ihrer Unmündigkeit Sorge für sie trägt. Der Vorsorgeauftrag wird in drei Hauptthemen unterteilt:

  • Bei der Patientensorge geht es darum, wer sich im Fall einer Urteilsunfähigkeit um das Wohlergehen, die Unterkunft, Betreuung, Pflege und den Unterhalt einer Person kümmert.
  • Bei der Vermögenssorge handelt es sich um die Verwaltung des Vermögens und Einkommens einer Person.
  • Bei der Vertretung in Rechtsgeschäften übernimmt jemand die rechtliche Vertretung der handlungsunfähigen Person gegenüber Behörden, Banken, Versicherungen usw.

Patientenverfügung

Die Patientenverfügung definiert alle medizinischen Massnahmen im Fall einer Urteilsunfähigkeit. Sie regelt, wer Einsicht in die Krankenakte haben oder in medizinischen Fragen entscheiden soll.

Praxistipps

  • Vorsorgeauftrag und Patientenverfügung sind rechtsgültig, wenn sie handschriftlich verfasst und unterschrieben oder von einem Notar beglaubigt sind.
  • Sie können unterschiedliche Personen für verschiedene Aufgaben benennen. Vergessen Sie nicht, jeweils auch noch einen Stellvertreter zu bestimmen.
  • Bei der Vertretung in Rechtsgeschäften sollte der Immobilienhandel explizit definiert sein.
  • Ihr Wille zur Organspende sollte in der Patientenverfügung integriert werden.
  • Der Vorsorgeauftrag und die Patientenverfügung dürfen ein Dokument sein.
  • Auch junge Erwachsene sollten Vorsorgedokumente aufsetzen.
  • Klären Sie die benannten Personen auf.

Docupass

Patientenverfügung, Vorsorgeauftrag, Testament: Im Vorsorgedossier Docupass halten Sie alle persönlichen Anliegen und Wünsche für den Ernstfall fest. Den Docupass können Sie über die Website von Pro Senectute prosenectute.ch bestellen.

Physische Hinterlegung

Wohin mit den ausgefüllten Dokumenten? Die Originale der Dokumente bewahren Sie am besten bei Ihnen zu Hause an einem Ort auf, wo man sie ohne weitere Informationen vermuten würde. So sind sie im Ernstfall für die Vertrauensperson auch auffindbar.

Elektronische Hinterlegung

Im Ernstfall ist es wichtig, dass man schnell und unkompliziert auf Ihre Vorsorgedokumente zugreifen kann. Sie haben die Möglichkeit, Ihre Dokumente digital im Docupass von Pro Senectute zu hinterlegen.

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Gerne stehen Ihnen unsere Kundenberaterinnen und Kundenberater bei Fragen zur Verfügung. Vereinbaren Sie einen Termin unter glkb@glkb.ch oder Telefon 0844 773 773.


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