Unser neuer CEO im Interview

Anfang Oktober 2020 hat Sven Wiederkehr den Vorsitz der Glarner Kantonalbank übernommen. Hier zieht er ein erstes Resümee und nimmt Stellung zu der von der Glarner Regierung publizierten Vernehmlassungsvorlage.

In Sven Wiederkehr fand der Verwaltungsrat der Glarner Kantonalbank den idealen internen Nachfolger für den Posten als CEO. Als Bereichsleiter Vertrieb und Mitglied der Geschäftsleitung prägt Sven Wiederkehr seit 2013 die strategische Ausrichtung und die Entwicklung der GLKB massgeblich mit.

Sven Wiederkehr, wie fühlt es sich an, nun an der Spitze der GLKB zu stehen?
Es fühlt sich sehr gut an. Dabei geht es mir persönlich aber weniger um die Position. Vielmehr bin ich überzeugt, dass uns als GLKB-Team viele Chancen offenstehen. Da freut es mich, dass ich meinen Teil in dieser Funktion beitragen darf.

Wie hat sich Ihr Alltag verändert?
Bis zum Eintritt meines Nachfolgers Rolf Widmer als Leiter Vertrieb habe ich vorübergehend zwei Jobs. Dies macht sich natürlich in meiner Agenda bemerkbar. Inhaltlich profitiere ich aber davon, dass ich als bisheriger Stellvertreter des CEO in vielen Themen keine Anlaufzeit benötigte.

Welche Werte wollen Sie vertreten?
Mir sind Werte wie Zuverlässigkeit und Partnerschaft äusserst wichtig. Dies gilt sowohl gegenüber unserer geschätzten Kundschaft wie auch innerhalb der GLKB. Wir haben diese Werte bereits bisher stark gelebt, doch können sie in stressigen Zeiten manchmal in den Hintergrund rücken. Hier werde ich versuchen, jeden Tag meinen Beitrag zu leisten.

Wie stark ist Ihr Bezug zum Glarnerland?
Meine Oma war zeitlebens stolze Glarnerin und wuchs in Mitlödi auf. Insofern hatte ich bereits früh verwandtschaftliche Kontakte. In den letzten Jahren hat sich dieser Bezug natürlich verstärkt. Ich schätze Land und Leute sowie die einmalige Natur sehr, so geht die Nähe weit über das Berufliche hinaus. Mit Stolz, aber ziemlich ausser Atem, stand ich zum Beispiel am 1. August dieses Jahrs auf dem Vorder-Glärnisch.

Wie erklären Sie den Glarner Bürgern die Beteiligungsstrategie?
Landrat und Regierung haben 2008 aufgrund der schlechten Erfahrungen, aber mit grosser Weitsicht einen Fahrplan für die Entwicklung der GLKB und die Rolle des Kantons entworfen. Im Kern geht es darum, eine unternehmerisch starke, lokal verankerte Glarner Kantonalbank zu haben, die ihre Risiken selbst tragen kann. Dazu gehört für den Kanton einerseits der Verzicht auf die Staatsgarantie und anderseits die Möglichkeit einer Minderheitsbeteiligung. Mit einer Mehrheit besteht für den Eigentümer stets die Gefahr, bei Problemen ungewollt mit ins Boot geholt zu werden. Solche wichtigen Veränderungen sind für eine Bank wesentlich einfacher in einer Position der Stärke umzusetzen. In dieser Position befinden wir uns heute.

Ist die GLKB dann noch eine sichere Bank?
Ja, die GLKB ist und bleibt eine sichere Bank. Schon heute greifen neben der Staatsgarantie zahlreiche Sicherheitsnetze wie zum Beispiel die Einlagensicherung für Sparguthaben. Darüber hinaus verfügt die GLKB über eine sehr gute Eigenkapitalausstattung und ein solides, diversifiziertes Geschäftsmodell. Gerade diese Elemente sind meines Erachtens viel wichtiger für die Krisenfestigkeit einer Bank.

Warum begrüsst die GLKB die Vernehmlassungsvorlage?
Für die Bank sind die vorliegenden Pläne keine Überraschung, sondern – wie vorher angesprochen – die Konsequenz der früheren politischen Beschlüsse. Wir haben deshalb stets versucht, unseren Teil zur Umsetzung der Vorgaben zu leisten. Ein Beispiel ist der gelungene Börsengang von 2014. Der aktuell diskutierte Vorschlag ist ein weiterer Schritt.

Die Vakanzen in der Geschäftsleitung wurden mit internen Kandidaten geschlossen. Was bedeutet dies für Sie?
Ich bin glücklich, dass wir mit Rolf Widmer und Roland Wickart zwei äusserst profilierte und geschätzte Verstärkungen für die Geschäftsleitung gewinnen konnten. Dass wir die Bereichsleitungen mit internen Kandidaten besetzen konnten, zeigt das Talent, das in unserer Organisation steckt.


Bild / Grafik: GLKB

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